Heute sind die meisten Betriebe durch die beschleunigenden technologischen Entwicklungen und eine wachsenden Internationalisierung des Wettbewerbs gekennzeichnet. Planende, steuernde, überwachende und kontrollierende Tätigkeiten haben in der Vergangenheit stark zugenommen und damit auch der Umfang der indirekten Leistungen. (Vgl. Jórasz, W.: Kosten und Leistungsrechnung, 2. Auflage, Stuttgart 2000, S.298).
Diese Veränderungen führen zu einer Verschiebung in den Kostenstrukturen im Prozess der betrieblichen Wertschöpfung. Die „traditionellen Kostenrechnungsverfahren“ werden diesen Zusammenhängen und Abhängigkeiten nicht mehr im vollen Umfang gerecht.
Die Prozesskostenrechnung ist ein Mitte der 80er unter dem Namen „Activity Based Costing“ entwickeltes Kostenrechnungssystem, welches versucht, die Kosten auf Kostenobjekte durch die vermehrte Ausrichtung auf die betrieblichen Abläufe bzw. Aktivitäten verursachungsgerechter zu gestalten. In Deutschland wurde dieser Ansatz unter dem Namen „Prozesskostenrechnung“ bekannt. (Vgl. Coenenberg, A.: Kostenrechnung und Kostenanalyse, Stuttgart 2003, S. 205)
Ursachen für die Entwicklung der Prozesskostenrechnung
Die Entwicklung der Prozesskostenrechnung hatte verschiedene Ursachen (Vgl. Jung, H.: Controlling, 1 Auflage, München 2003, S. 93):
 | Die direkt, wertschöpfenden Fertigungsaktivitäten treten immer mehr in den Hintergrund, dafür gewinnen die planenden, steuernden, überwachenden und kontrollierenden Tätigkeiten in den sogenannten indirekten Leistungsbereichen immer mehr an Bedeutung.
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 | Zudem wird der Produktlebenszyklus eines Produktes immer kürzer. Das hat zu Folge, dass man den Vorlaufkosten eine größere Bedeutung zukommen lassen muss.
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 | Die Verschiebung der Kostenstruktur hat auch zur Folge, dass die Gemeinkosten überproportional ansteigen
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 | Zunehmende Rationalisierung und Automatisierung
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 | Variantenvielfalt und Komplexitätszuwachs
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 | Eine Belastung nach dem Verursachungsprinzip erfolgt bei den traditionellen Kostenrechnungssystemen nicht. |
Indirekte Bereiche
Die in den fertigungsunterstützenden Bereichen anfallenden Kosten (indirekt produktive Bereiche) werden als Gemeinkosten betrachtet. Besonders problematisch ist der stetige Anstieg dieser „indirekten Kosten“ und die damit verbundenen steigende Bedeutung. (Vgl., Jung, H.: Controlling, 1 Auflage, München 2003, S. 93)


(Jung, H.: Controlling, 1 Auflage, München 2003, S. 94)